RECORD: Owen, R. 1838. Beschreibung eines zu Bahia Blanca, unter 39° Breite auf der Ostküste des südlichen America's, gefundenen Unterkiefers und Zähne von Toxodon. Neue Notizen aus dem Gebiete der Natur- und Heilkunde 8 (174): 308-312.

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Beschreibung eines zu Bahia Blanca, unter 39° Breite auf der Ostküste des südlichen America's, gefundenen Unterkiefers und Zähne vom Toxodon.

Von Owen.

Als ich einige Kieferfragmente und Zähne untersuchte, welche zu einer, den Hrn. Darwin mitgebrachten, Sammlung von Säugethierresten aus Südamerica gehörten und weiche mit verstümmelten Stücken von Arten aus der Familie der edentata zusammengebracht worden waren, so wurde meine Aufmerksamkeit durch das Ansehen von Zahnwurzeln auf sich gezogen, weiche am vordern Ende eines zerbrochenen Unterkiefers sassen und eine von den Backenzähnen ganz verschiebene Richtung hatten, und ich wurde veranlasst, die Structur der Zähne dieses Bruchstücks sorgfältig zu untersuchen, und in der Sammlung alle entsprechende, darauf zu beziehende Bruchstücke aufzusuchen Das Resultat meiner Untersuchungen war, bass ich Pörtionen der beiden Aeste und den Anfang der symphysis eines Unterkiefers aufstand, welche in ihrem vorderen Theile bie Wurzeln von 6 Schneidezähnen und wenigstens 6 Backenzähne von jeber Seite enthielten. Allein da die Reste in der Mitte der sechsten Alveole zerbrochen waren, so war es auch möglich, dass bie Backenzähne dieselbe gemesen wäre, wie in dem Oberkiefer des Torobon.

Das am besten erhaltene dieser Fragmente ist in den Figg. 9, 10 und 11 der mit Ro. 155. (No. 1. des gegenwärtigen Bandes) ausgegebenen Tafel abgebilbet. Die Figur 6 (?) zeigt bie Form des Zahns nach einem Queerdurchschnitte und bie Disposition, welche bas Email an der reibenden Obersfläche der Backenzähne der rechten Seite annimmt: eine Restauration, welche ich nach der Vergleichung von, in ben beiden Aesten der Rinnlabe dorhanbenen, Zähnen vorgenommen habe. Die Reste der symphysis, welche man in Fig. 9. dargestellt sieht, zeigen, dass der Unterkiefer aussallend zusammengedrückt oder schmal war von einem Rande zum andern, während dagegen die Aeste von beträchtlicher Höhe waren, um die Zahnzellen und Wurzeln der Backenzähne unterzubringen, welche unaufhörlich fortwuchsen.

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Die 'Zwiebeln der 6 Schneibezähnekbiescs Unterkicfers sind in der Form eines ziemlich regelmässgen Halbzirkels bertheilt, bessen Conderität unten ist; was die Schneibezähne selbst anlangt, so sind sie nach Born gerichtet und nach Oben gekrümmt, wie die untern Schneibezähne der Ragethiere. Ihre Form und ben Grab ihrer Krümmung sieht man an einem fast bollstänbigen Schneibezahne (Fig. 14.), welcher bem untern linken Schneibezahne des Anterkiefers entipricht; er ist in berselben Erbschicht gefunben worben, gehört aber einem anbern Inbibibuum an.

Diese Schneibezähne haben beinahe die selbe Grösse; aile sind an ihrer Basis hohl und mit einer erhärteten mineralischen Substanz gefüllt, welche recht gut die Form ber, ursprünglich die se Höhle einnehmenben, gefässreichen pulpa barstellt; ziemlich beträchtliche Zahnfragmente sino in dier der Albeolen zurückgeblicben, um barzuthun, dass diese Schneibezähne, welche wir fast dollftänbig besissen (Fig. 14), nur zum Theile mit Email bekleibet sinb; allein obgleich sie in dieser Hinsicht, so wie auch burch ihre Krümmung und unausgesesstes Fortwachsen, ben Meisselzähnen der Nager ähnlich sino, so unterscheiben sie sich burch ihre prismatische Gestalt, wie die Schneibezähne des Rhinoceros sumatrensis ober wie die Hauer des Ebers. Zmei Flächen jebes Schneibezahns, die, welche die borbere conbere und die mittlere Oberfläche bilben, sind mit einem Email, bon einer halben zinie Dicke, bekleibet, welches sich an der hintern Gräte enbigt, die bon der bon ihr bebeckten Oberfläche und von der bintern ober concaben Oberfläche gebilbet ist. In Fit. 11. ist bas Email der zerbrocbenen Schneibezäbne burch kleine Kiemen bargestellt, welche die Richtung der crnstallinischen Linien anbeuten. Der weisse Raum, unmittelbar nach Innen zu bon bem Email, zeigt die Dicke des Eifenbeins an der Basis des Zahns; die innere graue Substanz sieht man in einem Durchschnitte des Zahnbulbus, bessen Form, wie gewöhnlich, conisch war. Der Schneibezahn, Fig. 14., scheint etma an bem Drittel der Entfernung der Spisse des bulbus von der Basis des Zahns gebrochen gawesen zu senn.

Aus der relatiben Stellung der Basen ober Wurzeln dieser Schneibezähne können wir schliessen, dass sie unter einanber so bibergirten, dass ihre dicksten schneibenben Flächen in gleicher Linie stanben. In bem Oberkiefer entsprachen ihnen Zähne bon ähnlicher Structur, was die schneibenbe, schräge, einem Scheerenblatte äbnliche, schneibenbe Oberfläche des dollstönbigsten Schneibezahns beweisct; und es ist eine bemerkenswerthe Thatsache, dass die Anwesenheit der Schneibezähne born in Wunbe nicht nothwenbig ouf Säugethiere bon unbeträchtlicher Grösse beschränkt gewesen ist.

Die Stelle, welche die Schneibezähne bulbus ganz in der Rähe der borbern Backenzähne cinnehmen, entspricht der Stelle, wo die Zabn bulbus der Schneibezähne des Oberkiefers des Toroben sissen, unb, in Birbinbung mit bem Bolum dieser bulbi, zeigt sie on, dass cine beträchtliche Portion der untern Schneibezähne in der Substanz der vorbern Portion des Kiefers sass. Es ist sebr wahrscheinlich, dass berticaler Zahn sich in der Portion des Kiefers entwickelte, wo die bogigen Basen der Schneibezähne sassen, und dass sololich ein leerer Raum zmischen ben Backenzäbnen und Schneibezäbnen dieses Unterkiefers vorhanben war, wie man ibn an bem Oberkiefer des Toroben sieht,

Ferner ist es bemerkenswerth, bass, wie die Abweichungen von bem Typus der Rager, wie ibn der Schäbel des Toxodon wahrnchmen iässt, gewissermassen dieselben wie bei'm Wembat sinb, wir eben so cine ganz entsprechenbe Abweichung in der Grösse und relatiyen Stellung der untern Schneibezähne finben, welche, wie bei'm Wombat, sich vor ben Bockenzähnen enbigen, statt sich binten bis hinter ben Iessten Backenzahne zu erstrecken, wie bei ben meisten der wabren Rager. Der Capybara nähert sich von allen am meisten diesem Character, inbem die bulbi der unteren Schneibezähne dor bem Interball der beiben ersten Backenzähne gelaaert sinb.

Die Backenzähne, in diesem zerbrochenen Unterkiefer, wie die in bem Oberkiefer des Toxodon, haben persistirenbe bulbi was burch die consiche Höhle ihrer Basis (Figur 15) bemiesen ist. Sie bebursten also tiefer Albeolen und der Kiefer musste selbst bon entsprechenber Jiefe senn, um die Zahn bulbi schüssen und aufnehmen zu konnen. Um Raum zu sparen und ben Wiberstanb der Zähne zu erhöhen, dielleicht auch um die Wirtung eines birecten Druckes auf ben gefässreichen und sehr empsinblichen bulbus zu minbern, waren die Backenzähne und ihre Höhlen bogig, aber in einem geringeren Grabe, als an bem Oberkiefer des Toxodon. Diese Backenzähne erinnern auch an die des Oberkiefers bis Toxodon, wenn man sie in der Richtung ihres bon Born nach Hinten gehenben Durchmessers betrachtet, inbem sie, Klein und einfach born in der Kinnlabe, immer grösser und complicirter werben, in bem Waasse als sie mehr nach Hinten gelegen sinb. Inzwischen sind sie in der Queerrichtung schmäler; aber wenn sie bem Toxodon anghören, so ist bas cine Beziebung mehr, die dieses Ihier mit ben anbern grossen pslanzensressenben Säugethieren hat; benn die seste Obersläche, welche bazu bestimmt ist, die Irituration an bem Oberkiefer zu tragen, ist, ben cinfachsten Grunbsässen zufolge, von grösserem Umfange, als die bewegliche Oberkläche, welche ihm an der untern Kinnlabe entgegenesesst wirb.

Der erste Backenzahn des Unterkiesers, ben ich beschreibe, ist klein und ben einfacher Structur (Fig. 10.); er ist bon einer gleichförming dicken Lage Email cingehüllt und keine Falte bringt in seine Substanz ein. Er ist mehr bogig, als irgenb ein anberer Backenzahn und scheint sich bon bem äusseren Schneibezahne nur burch die dollstänbige Emailhülle und burch die Richtung, in welcher er wächs't, zu unterscheiben. Dieser allmälige Uebergang der Backenzähne in die Schneibezähne, welche in ihrer Structur statt hat, ist cine bemerkénswerthe Thatsache; benn mon kann die robusten Schneibrzähne arseben, als stellten sie Backenzähne bar, welche, in Folge der partiellen Zerstörung des Email, einfacher geworben sind und eine Beränberung der Richtung erlitten haben.

Der zweite Backenzahn zeigt ein Wachsthum nach bem von Born nach Hinten gehenben Durchmesser; er ist zugleich länger und bas Email inmitten der äusseren Fläche bilber eine Fläche, welche etwas in die Zahrsubstang einbringt. Das Emailblatt, welches die innere Oberfläche bekleibet, ist etmas concan und nicht unterbrochen.

Der britte Backenzahn zeigt bas Wachsthum in berselben Richtung wie der zmeite; bas Email der äusseren Fläche bietet eine ähnliche Falte bar, aber etmas mehr nach Hinten gerichtet.

In bem vierten, (ausser einem neuen Wachsthum in ben Richtungen und einer Emailfalte, die der ber vorhergehenben ähnlich ist und ebenfalls ven der äussern Seite ausgehenb, aber tiefer einbringenb), finben wir, dass die zermalmenbe Oberfläche sich mehr complicirt burch bas Borhanbensenn zweier Emailfalten, welche von der inneren Fläche ausgehen, um in die Zahnsubstanz einzubringen. Diese Falten theilen ben Umfang des Zahns, von Born nach Hinten, in brei fast gleiche Portionen und bringen schräg nach Born bis auf die Hälfte der Glfenbeinsubstanz.

Der fünfte Backenzahn zeigt dieselbe Structur wie der vierte, bur ist er etmas grösser.

Der sechste bietet ein verhältnissmässig grösseres Wachsthum in der Richtung des Dutchmessers von Born nach Hinten, welche zmei Zoll beträgt; aber der Queerburchmesser ist wenig vergrösscrt. Die Structur gleicht der des fünfteu.

Da diese Backenzävne in ibren Queerburchmessern nicht basselbe Fortschreiten des Wachstbums wabrenehmen lassen, als im geraben Durchmesser, so zeigen sie, aber in einem böheren Grabe, noch die zusammenarbrüte Form, welche die des Oberkiefers des Toxodon characterisirt.

Inzmischen ist eine Berschiebenheit verhanben zwischen diesen Backenzäbnen und ben oberflächlichen Backinzähnen des Toxodon. In ben erstern nämlich finben sich zmei Emailsalten, welche von der inneren Fläche in die Substanz des Zachnes bringen, währenb bei ben anberen nur eine Falte vorhanben ist, die von der inneren Fläche ausgeht. In ben unteren Backenzähnen ist ebenfalls eine Email, Lamelle vorhanben, welche sich von der hinteren Obersläche in die Substanz des Zahnes umschlägt, währenb in ben oberen Backenzähnen des Toxodon die Email Lamelle der hinteren Fläche einfach nach Innen tritt, so dass sie auf bem Queerburchschnittcine leichte Wellenkrümmung zeigt.

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Aber diese Structurverschiebenheit ist keineswegs unberträglich mit der Goeristenz dieser zwei Reihen von Zăhnen bei einem und bemselben Thiere, weil wir Berschiebenheiten besselben Grabes in der Structur der oberen und unteren Backenzăhne bei gegenwărtig vorhanbenen Grasfressern finben. Wenn wic, z. B., die Kinnlaben des Pferbes untersuchen, so werben wir sehen, dass nicht allein die oberen und unteren Backenzähne in gleichen Graben, wie bei'm Toxodon, von einanber berschieben sinb, sonbern dass auch die Berschiebenheiten von ganz ählicher Natur sinb. In dieser Bergleichung müssen wir unsere Aufmerksamkeit auf ben Gang beschränken, ben die äussere Hülle von Email befolgt, inbem wir die Gentral Halbmonbe des Emails ausser Acht lassen, welche die grössten, an ben Backenzähnen der Pierbe bemerkbaren Complicationen ausmachen. Wenn wir ben Weg untersuchen, ben die äussere Emailhülle an der abgenusten Oberslăche des Zahnes verfolgt, so sehen wir, dass sie an der äusseren Oberilăche der unteren Backenzähne eine Wellenlinie beschreibt, mit einer Webian Conberität zmischen zwei Concabitäten.

Bon der inneren Fläche geht eine Falte ab, welche in ben Körper des Zahns einbringt und auf beren jeber Seite man cine kleinere Flate sieht. Aber in bem Unterkiefer geht die Emaillinie des äusseren Ranbes in der Witte ihrer Länge, statt sich vielfach nach Aussen zu krümmen, etmas nach Ianen; wăhreno von der anberen Seite, ober von der unteren Fläche des Zahnes, bas Email in die Substanz des Zahnes selbst zwei Falten hineinschickt, die sich bis ben zwei Interballen gegenüber erstrecken, welche die kürzeste Falte der äusseren Fläche übriglässt. So würben, in der Hypothese, dass uns beschäftigenbe Unterkieferfragment bem Toxodon angehöre, die Natur der zermalmenben Oberfläche der Backenzähne und die Berschiebenheiten dieser Zähne in beiben Kiefern, eine merkwürbige Analogie barbieten mit bem, was man bei'm Pferbe beobachtet. Tch habe hier nur noch eine Bemerkung zu machen, nämlich: dass bei'm Pferbe die Falten des Email, — Statt, wie bei Toxodon, einfach, gerabe und aus zwei aneinanbergelegten Lamellen zusammengesest zu senn, — einen unregelmässigen Gang gehen und ihre Lamellen burch eine Rinbensubstanz getrennt haben; überbem bivergiren diese Lamellen an ihrem Reflectionswinkel so, dass sie die Quantität der bichten Substanz, welche in die Composition des Zahnes eintritt, vermehren.

Diese analoge Facta sind Denen bekannt, welche sich mit vergleichenber Anatomie beschäftigen. Ich habe bas Pferd als eines von benen erwähnt, wo die Bergleichung am leichtesten ist; aber ich hätte auch bas Rhinoceros von Sumatra citiren können, bessen Schäbel in der Hunter'schen Sammlung vorhanben ist.

Hier sind in beiben Kinnlaben die vorberen Backenzähne klein und einfach, und werben immer mehr complicirt, im Berhätnisse wie fie mehr nach Hinten liegen. Der britte Backenzahn des Oberkiefers zeigt eine einzige Email Lamelle, welche, vom inneren Ranbe ausgehenb, sich schräg nach Born wenbenb, bis in die Witte des Zahnes einbringt; die äussere Lamelle beschreibt eine einfache Wellenlinie. Der gegenüberliegenbe Backenzahn des Unterkiefers ist nur halb so dick; aber die zermalmenbe Oberfläche ist noch weit complicirter; benn zwei Email=Falten gehen von ihrem inneren Ranbe aus, und eine einzige kürzere und dickere von bem äusseren Ranbe. Sonach zeigt also dieser Zahn eine genaue Aehnlichkeit mit einem der hinteren Backenzähne aus bem Unterkiefer des Toxodon; allein er unterscheibet sich wesentlich baburch, dass er nur ein beschränktes Wachsthum haben und dass er folglich von wahren Wurzeln getraggen wirb.*)

*) Die Persistenz des bulbus steht nicht nur in Beziehung mit der Rothwenbigkeit, die Rahrungsmiltel einer sehr vollstänbigen Trituration auszusessen, sonbern auch mit der langen Lebensbauer des Inbivibuums; die Lebensbauer der grasfressenben Thiere, die einen nur beschränkten Zahnwuchs haben, hängt nothwenbigerweise von der Dauer dieser Wastications Instrumente ab. So nussen sich die Zähne eines Hammels im Augemeinen in einem Zeitraume von zwölf Iahren ab, und folglich ist die natürliche Lebensbauer auf eine fast gleiche Periobe beschränkt.

Wenn wir die Natur der organischen Substanzen bestimmen wollen, welche die Zähne des Toxodon zu zermalmen bestimmt waren, so bursen wir nicht bloss die Natur dieser Zähne in Betracht ziehen, sonbern auch bas Bermögen, sich unbeschränft zu erneuern, vin Bermogen, welches die geringere Quantität Email compensirte an ben Zähnen des Toxodon, im Bergleich zu bem der jestlebenben Wieberkäuer und Pachybermen, beren Backenzähne, wenn sie einmal böllig ausgebilber sinb, weiter keinen Zusass von Zahnsubstanz an ihrer Basis erhalten. Der Toxodon hat burch biesen Unstanb seiner Dentition bieselben Bortheile wie der Capybara und bas Wegatherium.

Obgliech ich die Structur der Backenzähne des Torobön nur an zwei Eremplaren habe beobachten Können, von benen eines ein isolirter vollstänbiger, der sechsten Zahnhöhle ensprechenber, Backenzahn war, der anbere eine Portion des lessten Backenzahns der linken Seite, welcher in der alveola des zuerst beschriebenen Schäbels zurückgeblieben war, so konnten wir uns boch eine genügenbe Borstellung von der Grösse und der Structur der schlenben Zähne machen. So missen wir, dass die Backenzähne des Oberkiefers des Toxodon, im vorberen Theile des Kiefers klein und einsach sinb, und dass sie an Bolumen und Complication zunehmen, in bem Berhältnisse, wie sie weiter nach Hinten sissen. In bieser Hinsicht und in Beziehung auf die Grösse, entsprechen ihnen die Zähne, welche ben Fragmenten der beschriebenen Unterkiefer angehören, vollkommen. Inbessen ist eine geringe Berichiebenheit zwischen biesen zwei Reihen von Zähnen, in Beziehung auf ihre Seiten Durchmesser, vorhanben, inbem die des Unterkiefers schmäler sinb, wie es auch, ieboch in geringeren Graben, bei Pferben und Wieberkäuern statthat. Die grösste Berschiebenheit besteyt in bem verschiebenen Grabe der Krümmung der beiben Reihen; die unteren Backenzähne, und besonbers die am meisten hinten sissenben, sind weniger bogig als bie, welche ihnen im Oberkiefer entiprechen. Ich muss noch bemerken, dass die Krümmung der unteren Backenzähne ihre Converität nach Aussen hat, währenb bei'm Weerschweinchen und Wombat, die auch bogige Backenzähne haben, die Converität bei ben oberen Backenzähnen nach Aussen, bei ben unteven nach Innen gerichtet ist.

Inzwischen, wenn wir die strenge Aehnlichkeit erwägen, welche zwischen ben Zähnen des Oberkiefers des Toxodon und benen dieses Unterkiefers in ben wesentlichsten Puncten statthat, wie, z. B., baas Borhanbensenn eines persistirenben Keimes, ihre characteristische Structur und Form und ihr Grab von Complication; und wenn wir erwägen, wie die verticale Dicke dieses Unterkiefers und seine Schmalheit in der transversalen Richtung, in Berhältniss stehen zu der characteristischen Form des Oberkiefers des Toxodon; wenn, um diese Aehnlichkeit vollstänbig zu machen, wir hinzufügen, dass an diesem Unterkiefer ein Schneibezahn Apparat vorhanben ist, welcher geeignet ist, ben grossen Weisselzähnen des Oberkiefers Wiberstanb zu leisten, so werben wir unwiberstehlich zu bem Schlusse geführt, dass der Unterkiefer, der eben beschrieben ist, wo nicht auf dieselbe Art des Toxodon, bessen Schäbel untersucht worben, wenigstens auf eine sehr nah verwanbte Art bezogen werben muss.


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Citation: John van Wyhe, editor. 2002-. The Complete Work of Charles Darwin Online. (http://darwin-online.org.uk/)

File last updated 2 July, 2012