RECORD: Darwin, C. R. 1857. [Letter to Lyell, 11 February]. In Lecture by Ferdinand Hochstetter. (Read 31 March) Mittheilungen der k.k. Geographischen Gesellschaft in Wien 1: 123-124.

REVISION HISTORY: Transcribed and edited by John van Wyhe 7.2022. RN1

NOTE: See record in the Freeman Bibliographical Database, enter its Identifier here.

This letter to Charles Lyell offers advice for the Novara expedition (1857-1859), the first Austrian scientific expedition to circumnavigate the globe. What was apparently not previously known was that the letter was forwarded on to the leaders of the expedition and published in German translation. And, as a result of Darwin's advice, the Novara visited the volcanic islands of Saint-Paul and Amsterdam in the Indian Ocean in order to study the plants and animals of these extremely remote places.

Darwin refers to his contribution on Geology to the Manual of scientific enquiry (1849) F325

See the fully annotated transcription of the original letter in Correspondence vol. 6, pp. 337-8, Darwin to Charles Lyell 11 February [1857]. This German translation of Darwin's letter was reprinted in the same journal on the occasion of Darwin's death in 1882, vol. 25, pp. 276-7.


[page] 123

Im Februar gab mir der Auftrag des hohen k. k. Marine-Obercommando's, die bei der k. Admiralität zu London für die Expedition bestellten magnetischen Instrumente zu übernehmen und mich in deren Gebrauch instruiren zu lassen, auch noch Gelegenheit zu einer Reise nach England. Ich brauche hier nicht zu wiederholen, was über meinen Aufenthalt in London schon in den früheren Sitzungen berichtet wurde. Reich an Belehrung, die ich gewonnen, reich beschenkt mit zahlreichen für unsere Reise noch wichtigen Werken, verliess ich England mit dem Eindrucke, dass die grosse Nation sich auch dem grossen österreichischen Unternehmen gegenüber gross gezeigt. Ich glaube aber an dieser Stelle noch ein Schreiben von Darwin an Sir Charles Lyell mittheilen zu müssen, das mir durch die Güte des Herrn Custos-Adjuncten Suess schon vor meiner Reise nach London zukam. Darwin's Worte lauten:

""Ich habe die Nachrichten über die österreichische Expedition mit Vergnügen in den Zeitungen gesehen. — Zu meinen Bemerkungen im "Admiralty Manual" habe ich in geologischer Hinsicht nichts hinzuzufügen. Ich weiss nicht, ob die Expedition nur an gewisse vorausbestimmte Landungsplätze gebunden ist. Wenn ihr aber darin die Wahl einigermassen frei steht oder deren wissenschaftlichen Theilnehmern einige Einwirkung auf ihren Plan gegönnt wäre, so würde dies nur sehr erwünscht sein. Ich bin fest überzeugt, dass der Naturgeschichte nichts forderlicher sein kann, als die sorgfältigste Aufsammlung und Untersuchung aller Erzeugnisse der am meisten vereinzelten Inseln, besonders auf der südlichen Halbkugel. Ausser Tristan d'Acunha und Kerguelen-Land, sind alle diese Inseln nur sehr unvollständig bekannt und selbst in Kerguelen, wie viel ist da noch zu thun in Bezug auf die Lignit-Lager und etwaige Spuren alter Gletscher Wirkungen! Von solchen Oertlichkeiten ist jede Seemuschel, jede Pflanze, jedes Insect werthvoll für die Wissenschaft. Irgend Jemand von der Expedition sollte Hooker's "New Zealand Essay" mit sich führen."

""Welch ein grossartiges Werk wäre die Durchforschung von Rodriguez, mit seinen fossilen Vögeln und seinen überhaupt noch unbekannten Naturproducten! Ebenso die Durchforschung der Seychelles-Inseln, mit ihren "Cocos do Mar," wahrscheinlich sind diese Inseln nur die Ueberreste irgend eines ältern Landes. Die äussere Insel von Juan Fernandez ist ebenfalls wenig bekannt. Die Durchforschung dieser kleinen Oertlichkeiten durch eine Gesellschaft von Naturforschern dürfte grossartige Erfolge bringen, St. Paul und Amsterdam würden für Botanik und Geologie eine herrliche Ausbeute gewähren. Könnten Sie nicht — der Gallopagos wegen — mein "Journal" und meine "Volcanic Island" zur Anschaffung empfehlen?—

[page] 124

Wenn die Expedition vom Norden her an die Gallopagos kommt, wäre es Sünd und Schade nicht an Cocos Islet, im Norden dieser Gruppe anzulegen. Ich habe immer bedauert, dass ich nicht in der Lage war, die grossen Krater auf Albemarle-Island (einer der Gallopagos) zu untersuchen. Auf Neu-Seeland betreiben Sie die Aufsuchung erratischer Blöcke und alter Gletscherspuren. Dringen Sie in den Tropenstrichen auf den fleissigen Gebrauch des Schleppnetzes; wie wenig oder eigentlich gar nichts — wissen wir von der unteren Grenze des organischen Lebens in den Meeren der heissen Zone! Was ich eben sage, lässt mich wahrnehmen, wie sehr die Hausthiere selten besuchter Gegenden vernachlässigt worden sind. — Nie hat, glaube ich, der Fuss eines Naturforschers die Revillagigedo-Inseln, an der Küste von Mexico, betreten. Wenn die Expedition nur an solche Oertlichkeiten sich hält, wie Rio, Cap der guten Hoffnung, Ceylon, Australien u. dgl., so wird sie nicht viel ausrichten.""


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Citation: John van Wyhe, ed. 2002-. The Complete Work of Charles Darwin Online. (http://darwin-online.org.uk/)

File last updated 7 December, 2022